Gefahr erkannt - Gefahr gebannt? GPS-Warner POI Pilot 5000+ im Test
Welcher Autofahrer wünscht sich nicht, ein möglichst umfangreiches Sicherheitspaket in seinem Auto. Wenn man der Werbeversprechen glauben darf, erwirbt man mit dem GPS-Warner POI Pilot 5000+ ein gutes Stück zusätzlicher Sicherheit im alltäglichen Verkehrsstress auf unseren Straßen hinzu. Der folgende Test soll klären, wie sich das Gerät handhaben lässt, und welches Mehr an Sicherheit das unscheinbare schwarze Kästchen tatsächlich bringt.
1. Lieferumfang überprüfen
In einem ansprechenden und sogar informativen Karton befinden sich:
- das das gut gegen Erschütterungen gesicherte Gerät (POI PILOT 5000+)
- CD mit Software, Treibern und Handbuch (PDF)
- Anti-Rutschmatte
- Bedienungsanleitung (D, F, GB)
- 12 Volt Kfz-Ladekabel
- USB-Kabel
Der Lieferumfang entspricht der Beschreibung im Katalog.
Voraussetzung für Datentransfer/-aktualisierung:
- Windows PC System (XP/Vista/7, mit CD/DVD-Laufwerk & USB-Anschluss)
- Internetverbindung (vorzugsweise DSL)
- etwas PC-Erfahrung
Im praktischen Betrieb:
- ggf. gut zugänglichen 12 Volt-Stromanschluss im Bordnetz des Autos
- ebenen Stellplatz im Auto (mögl. mit direktem Sichtkontakt)
1.1. Erster Überblick
Das Gerät selbst ist etwas kleiner als eine gewöhnliche Computermaus und das Gehäuse überwiegend in einem dunklen Anthrazit gehalten. Es besitzt eine griffige Oberfläche.
Drei relativ große Tasten auf der Oberseite dienen zur Konfiguration des Gerätes. Hinter der gleichfalls dunklen transparenten Vorderfront verbirgt sich das Display. Die rote Anzeige ist - außer bei starkem Lichteinfall - gut lesbar und in vier Stufen dimmbar. Auf der linken Seite befinden sich der USB-Anschluss sowie der Ein/Aus-Schalter.
An der Unterseite findet man eine runde perforierte Öffnung für den Lautsprecher in der Größe einer Zwei-Euro-Münze, sowie das Typenschild und die Seriennummer. Vier winzige integrierte Füßchen heben das Gerät an seinem Standort etwas an. Das kommt der Akustik zugute. Eine der vier versenkten Schrauben an der Unterseite ist gegen unbefugtes Öffnen versiegelt.
Insgesamt macht der POI Pilot 5000+ in seiner schlichten funktionalen Eleganz optisch eine ziemlich gute Figur. Die solide Verarbeitung unterstreicht den ersten positiven Eindruck
1.2. Ein erster Blick ins Handbuch
Um nicht gleich am Anfang etwas falsch zu machen, verschaffe ich mir einen ersten Überblick im Manual. Der deutschsprachige Teil in dem Heftchen umfasst 35 Seiten (DIN A 6), ist also recht überschaubar. Wichtig und hilfreich sind zu Beginn der Installation und für den praktischen Gebrauch die „Produktdetails“ sowie die „Tipps & Hinweise“ (S. 10-15).
Auf Seite 16 ganz oben stoße ich auf einen wichtigen Warnhinweis: Man darf den POI Pilot 5000+ erst an den Computer anschließen, nachdem die notwendige Treiber-Software auf dem Rechner installiert wurde. Gut, dass ich zuerst ins Manual geschaut habe. Eigentlich wollte ich - neugierig wie ein Kind vor der Bescherung - das Gerät gleich erst mal anstöpseln, um zu sehen was da so passiert.
2. Treiber- und Softwareinstallation
Nachdem ich diese Hürde also glücklich umschifft habe, nehme ich die Installations-CD aus der Hülle. Auf der Vorderseite entdecke ich einen Aktivierungscode, den ich gleich mal notiere (wer weiß, wozu das gut ist). Die CD startet auf meinem Rechner nicht von selbst . Der wird übrigens mit Windows 7 Home Professional gesteuert. Im Explorer schaue ich mir den Inhalt der CD an. Dabei entdecke ich neben der Setup.exe auch noch einmal das Handbuch als PDF-Datei. Gut so! Damit lassen sich die reichlich vorhandenen Abbildungen viel besser lesen, als in der etwas klein und blass gedruckten Fassung. Außerdem kann man in der digitalen Ausgabe über die Suchfunktion des Acrobat Reader gezielt nach Stichworten suchen lassen ohne viel zu blättern.
2.1. Start der Installation
Ich starte die Setup.exe auf der Installations-CD. Es öffnet sich ein kleines unscheinbares Fenster, ziemlich winzig beschriftet mit „Installation starten“. Mehr passiert nicht. Ich warte... Eher zufällig klicke nach ca. 20 Sekunden auf die Schrift im Fenster - erst jetzt beginnt der Installationsprozess, erkennbar an einem blauen Fortschrittsbalken. (Ich hatte gelesen „Installation startet“, also mein Fehler!) Aber die Installation stoppt bereits nach ca. 10% wieder mit einem Warnton und einer mir nichtssagenden Fehlermeldung. Nach einer Weile klicke ich oben rechts auf das rote X um den Prozess zu stoppen. Der zweite Versuch endet genau so. Beim dritten Mal starte ich die Setup.exe mit einem Rechtsklick und wähle dann „Als Administrator starten“. Nach bangen Sekunden öffnet sich jetzt tatsächlich ein zweites Fenster und bietet mir an, die Software auf Deutsch zu installieren. Ich bestätige und werde von einem POI-Willkommensbildschirm aufgefordert die Installation mit einem Klick auf „Weiter“ fortzusetzen. Im folgenden wird vorgeschlagen, die Software unter „C:\Program Files\POIbase“ zu speichern. Ich bestätige dieses Angebot und noch zwei weitere Fenster. Der Prozess läuft endlich bis zum Ende durch, worauf die Installationsanzeige sang- und klanglos verschwindet und mich allein zurück lässt. Diese Installationsroutine kann man sicher besser gestalten!
Zum Glück habe ich mir den Installationspfad gemerkt und klicke mich zu „C:\Program Files. Dort finde ich den neuen Ordner „POIbase“, gefüllt mit etlichen Dateien und einem Unterordner. Etwas verunsichert suche ich Hilfe im Handbuch wie es weiter geht. Das lässt mich aber weitgehend im Unklaren.
Vermutlich wurden bis jetzt lediglich die Installationsdateien der Treiber auf die Festplatte kopiert. Die müssen jetzt in einem zweiten Schritt installiert werden. Mangels weiterer Erläuterungen wird es nun aber richtig unübersichtlich. In dem soeben angelegten „POIBase“- Hauptordner befinden sich u.a. sechs ausführbare Dateien. Die beiden größten tragen die kryptischen Bezeichnungen: „CP210x_VCP_Win7.exe“ bzw. „CP210x_VCP_Win2K_XP_S2K3.exe“. Ob das die Treiber sind?
Nach dem Prinzip „Wer die Wahl hat...“ beginnt jetzt ein munteres Dateien raten. Wenig erfahrene User würden vermutlich spätestens hier stark ins Grübeln kommen oder gar aufgeben. Ich zähle mich mutig zu den erfahrenen Usern und versuche wegen des WIN7 im Namen mein Glück mal mit der „CP210x_VCP_Win7.exe“.
Mit dem Stoßgebet „Hab’ Gottvertrauen, geh’ Bretter klauen - dann haste ‘ne warme Bude“ und einem Doppelklick auf die Datei wird mir tatsächlich warm ums Herz. Es öffnet sich nämlich - wie im Manual angekündigt - ein englischsprachiges Fenster der Fa. Silicon Laboratories - das - oh Schreck -allerdings nicht im Handbuch dokumentiert ist. Darin befinden sich einige Optionen zur Auswahl, deren Bedeutung ich nicht einschätzen kann. Die zweite von oben ist markiert. Wie nun weiter???
Ohne wirklich zu wissen, was ich tue, bestätige ich die markierte Auswahl auf gut Glück. Erst jetzt öffnet sich ein Willkommensbildschirm, der dem Bild im Handbuch ähnelt. (Ab hier macht es wieder Sinn, schrittweise nach dem Handbuch, S. 17 ff, vorzugehen .)
Als nächstes sind die Lizenzbedingungen zu bestätigen. Im folgenden Fenster übernehme ich den angebotenen Pfad zum Installationsverzeichnis des Treibers und notiere ihn. Schließlich starte ich mit „Install“ die eigentliche Treiberinstallation. Nach einigen Sekunden meldet ein neues Fenster den Erfolg der Aktion.(S.19). Wichtig an dieser Stelle bei der Erstinstallation: Das Häkchen vor der Zeile „Launch the CP...“ muss gesetzt bleiben! Jetzt kann die Treiberinstallation mit Klick auf „Finish“ abgeschlossen werden. Es folgt noch die Installation eines zweiten Treibers, die ähnlich verläuft.
Nun darf der POIPilot 5000+ laut Manual mittels des beiliegenden USB-Kabels mit dem Rechner verbunden werden. Auch für die weiteren Schritte benutze ich das Handbuch zur Unterstützung. (S. 20 ff).
3. Anschluss des Gerätes an den Computer
Nachdem der POIPilot 5000+ im ausgeschalteten Zustand mittels USB-Kabel mit dem Rechner verbunden ist, ertönt der typische Signalton für „USB-Gerät verbunden“. Sonst tut sich nichts. Also schalte ich das Gerät jetzt ein. (Ob der Akku wohl schon vorgeladen ist?)
Sogleich merke ich: Mein GPS-Warner ist weiblich; denn sofort beginnt eine freundliche Frauenstimme zu plaudern, stellt sich vor, mahnt zur Beachtung der Straßenverkehrsordnung, und sagt, dass der Akku geladen wird. Die Stimme ist wirklich erstaunlich klar und deutlich zu verstehen. Auf dem Display wird die (falsche) Uhrzeit, sowie eine Windrose mit blinkendem blauen Punkt in der Mitte angezeigt. Dieser zeigt lt. Handbuch an, dass der Ladevorgang aktiv ist. Die im Handbuch angekündigte automatische Suche des Rechners nach neuer Hardware findet jedoch nicht statt, auch nicht nach wiederholtem aus- und einschalten. Irgend etwas ist da wohl schief gelaufen?
3.1 Fehlersuche/-korrektur
Ein Blick ins Handbuch gibt auf den Seiten 26/27 Hinweise, wie man überprüft, ob die Installation der Software erfolgreich war: Ich öffne den Gerätemanager und finde dort den erforderlichen Eintrag. Also muss das Problem an den Treibern liegen. Und tatsächlich, der zweite Treiber ist offenbar nicht installiert. Ich installiere Treiber #2 manuell, wie im Handbuch (S. 27) beschrieben Jetzt sollte alles ok sein.
4. Das Programm „POIbase“
Die Konfigurationssoftware „POIbase“ wird nicht nur benötigt, um den POI Pilot 5000+ für den Ersteinsatz im Auto vorzubereiten, sondern auch später für die Datenpflege. Dieses wichtige Programm wird offenbar in einem Zuge mit den Treibern installiert. Das Handbuch gibt hierzu keine Auskunft. Jedenfalls soll die Software nach der Treiberinstallation manuell gestartet werden, falls nicht selbständig startet. Also starte ich sie gemäß Handbuch.
Beim ersten Start von POIbase - egal ob automatisch oder manuell - soll unbedingt eine Internetverbindung bestehen. Das Programm sucht nämlich sofort auf dem POIbase-Server nach der aktuellsten Programmversion und installiert diese automatisch. Nach einem Neustart des Computers gilt es dann, den POI Pilot 5000+ auszuwählen.
4.1. Die Registrierung bei POIbase
Nun muss noch der obligatorische Registriervorgang erfolgen. Der ist im Handbuch auf den Seiten 24/25 genau dokumentiert. Nachdem die erforderlichen Daten und der Aktivierungscode (siehe Vorderseite CD) in die Eingabemaske eingetragen sind, ist das Programm bereit für Auswahl und Download der gewünschten Points Of Interrest (POI).
Nachdem also der POI Pilot 5000+ von der POIbase Software erkannt wurde, öffnet sich auf dem Monitor die Startseite des Programms mit sechs großen Auswahlbuttons: „Herunterladen“, „POIs bearbeiten“, „News“, und darunter „Shop“, „Einstellungen“ und „Support“.
Ein erster „Rundgang“ durch die sechs Schaltflächen vermittelt einen positiven Eindruck. Die Inhalte wirken aufgeräumt und weitgehend selbst erklärend. Unter „Herunterladen“ klicke ich das Menü zum Download der POIs an. Es öffnet sich ein Fenster mit weiteren sechs Schaltflächen. Wie alle anderen sind auch sie durch eindeutige Piktogramme gekennzeichnet. Mich interessiert besonders der Punkt „Sicherheit & Blitzer“. Dafür habe ich schließlich 5 Jahre freien Datensupport mit erworben.
5. Auswahl und Installation der POI
5.1. Download der POI-Daten auf den Rechner
Da die vier Megabyte Datenspeicher des Gerätes im Auslieferungszustand noch leer sind, müssen vor dem Paxistest in „freier Wildbahn“ erst die entsprechenden POI-Daten auf das Gerät übertragen werden. Der GPS-Warner muss dazu am Computer angeschlossen sein. Den Programmordner mit der Startdatei „POIbase.exe“ finde ich mit Windows 7 links unten unter Start > Alle Programme. Weil das Programm später zur regelmäßigen Aktualisierung der Daten häufiger gebraucht wird, erstelle ich gleich eine Verknüpfung zur POIbase.exe auf dem Desktop. Ein Doppelklick auf die Verknüpfung, und nach wenigen Sekunden ist das Programm bereit.
Über „Herunterladen“ > „POIs herunterladen“ wechsele ich zu einer Seite mit sieben weiteren Untermenüs: Je eines für feste sowie mobile Blitzer in Deutschland, und das gleiche für Europa (ohne Deutschland). Außerdem gibt es noch die Rubriken „Sicherheit“, „Flußpegelstände“ und „Erdbeben“.
Da gerade die Sonne scheint und Erdbeben hierzulande eher selten sind, wende ich mich den Blitzern und der Sicherheit zu und beginne mit den deutschen stationären Blitzern. Die kommen hierzulande sicher öfter vor als Erdbeben.
Es erscheint eine Liste mit sieben Spalten. Die linke zeigt anhand der Färbung an, ob die jeweilige Blitzerkategorie (davon gibt es 18) geladen ist oder nicht. Es folgt die Spalte „POI-Kategorie“ mit Einträgen wie z.B „Blitzer fest 60 km/h“. Die nächste Spalte bietet „POI-Umgebungsfilter“. Hier kann man z.B. die POIs für eine selbst bestimmte Region (z.B. Wohnort oder Landkreis) auswählen und den Rest ausblenden. Eine weitere Spalte zeigt an, wie viele Gefahrenstellen für die jeweilige Kategorie bekannt sind. Dabei wird überdeutlich, wie häufig die „Deutsche Rennleitung“ mit ihren Checkpoints auf unseren Straßen vertreten ist. ;-) Die Landesflagge(n) in der vorletzten Spalte geben Auskunft, für welche Länder die Kategorien jeweils gelten. Und ganz rechts kann man entweder alle 18 Kategorien auf einmal oder einzelne davon aus- oder abwählen, um sie auf das Gerät zu laden oder entfernen.
Bei den mobilen deutschen und europäischen Blitzern ist das Verfahren ganz ähnlich. Weil dieser GPS-Warner lediglich mit der Software für D-A-CH (Deutschland Österreich und die Schweiz) ausgestattet ist, sind natürlich nur die entsprechenden POIs freigeschaltet. Auch bei den zahlreichen Sicherheitskategorien funktioniert die Auswahl im übrigen prinzipiell genau so. Ich beschränke mich aber zunächst auf die Blitzer.
5.2. Datentransfer auf den POI Pilot 5000+
Nachdem ich alle Kategorien mit dem entsprechenden Schalter hinzugefügt habe, startet der Download durch einen Klick auf den Schalter ganz unten rechts. Zum Transfer der Daten in den Speicher des POI Pilot 5000+ fordert das Programm jetzt auf, den GPS-Warner ein- bzw. aus- und wieder einzuschalten. Bei mir klappt dieser Datentransfer erst, nachdem ich das Ein- und Ausschalten mehrmals wiederhole. Aber dann startet die Übertragung, erkennbar an einem Fortschrittsbalken. Während dieses ca. 3-minütigen Synchronisationsprozesses zeigt das Display mal „dd dd“ oder auch „pp pp“ an. Ist der Vorgang erfolgreich beendet, wird dies vom Programm auf dem Monitor bestätigt. Damit ist der GPS-Warner nun einsatzbereit. Einen Misserfolg beim Datentransfer meldet das Programm ggf. entsprechend.
Das alles hört sich viel komplizierter an, als es wirklich ist. Die Listen, und überhaupt das ganze POIbase Programm sind sehr übersichtlich und einleuchtend aufgebaut.
6. Konfiguration des POI Pilot 5000+
6.1. Wesentliche Geräteeigenschaften-/fähigkeiten:
- Rotes dimmbares LED-Display (3 Stufen + AUS, z.B. für Nachtfahrten)
- Regelbare Lautstärke (4 Stufen + AUS)
-Tempolimit (Individuelle Einstellung der vom Fahrer gewünschten Höchstgeschwindigkeit mit Info bei Überschreitung)
- POI melden und bearbeiten (Meldungen/Aufzeichnung von selbst entdeckten Gefahrenstellen am Gerät selbst und bequeme Bearbeitungsmöglichkeiten in der POI Software)
- Anzeige: gefahrene Geschwindigkeit
- Richtungsanzeige des POI
- Reale Sprachansagen (z.B. erlaubte Geschwindigkeit am Gefahrenpunkt)
- Aktuelle Entfernungsanzeige zum POI (nach Erkennung)
- Status-Anzeigen (GPS-Empfang, Uhrzeit, u.v.m.)
6.2. Einstellungen vornehmen
Die Konfiguration des GPS-Warners ist recht einfach und in max. 10 Minuten erledigt. Ich bin erstaunt, welche Fähigkeiten in dem kleinen Kästchen stecken.
Zum Einstellen des Gerätes auf die persönlichen Bedürfnisse dienen die drei Tasten auf der Oberseite. Die mittlere Taste <M> ist eine Art Multifunktionstaste und für das Einstellen der unterschiedlichen Optionen (S. 6.1.) zuständig. Die linke Taste < und die rechte Taste > werden zum hin- und her bewegen durch die verschiedenen Einstellmöglichkeiten bzw. zur Auswahl der gewünschten Stufe etwa der Helligkeit des Displays oder der Lautstärke benutzt. Nach etwas „Herumspielen“ mit den Tasten unter Zuhilfenahme des Handbuches ist das Prinzip schnell klar.
Alle Darstellungsmöglichkeiten des Displays im praktischen Betrieb und alle Einstellungsmodi zur individuellen Vorbereitung auf die Nutzung im Verkehr sind im Handbuch schriftlich sowie mit Fotos der jeweiligen Displayanzeige sehr eingehend dokumentiert (Seiten 10-15). Außerdem wird die Einstellung durch die Sprachansage gut unterstützt. Die freundliche Stimme meldet immer, was man gerade einstellt. Sie ersetzt so zu sagen das fehlende Menü im Display. Die persönliche Einstellung ist also leicht zu bewerkstelligen, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehe.
Ruft man den folgenden Link im Internet Browser auf, bekommt man einen ersten Eindruck, wie sich das Gerät über die drei Tasten auf die persönlichen Bedürfnisse einstellen lässt:
http://www.youtube.com/watch?v=roLr9RP6050
7. Der Praxistest:
7.1. Standortsuche für das Gerät im Fahrzeug
Nachdem nun alle Vorbereitungen erledigt sind, soll sich der POI Pilot 5000+ in der Praxis bewähren. Dazu nehme ich ihn zunächst mit ins Auto, um einen guten Stellplatz zu finden. Mein Armaturenbrett erweist sich als ungeeignet. Es ist zu steil geneigt. Platziere ich ihn auf der Mittelkonsole, muss ich mich zu sehr verbiegen, um das kleine Gerät ablesen zu können.
Als ideal erweist sich schließlich das offene Fach zwischen Radio und Klimaanlage. Dessen Boden ist eben, und der Fahrer hat das Gerät perfekt im Blick, ohne dass es dem Dieb (oder anderen weniger gut meinenden Menschen) von außen sofort auffällt. Außerdem ist die Bordsteckdose nicht weit entfernt, um den GPS-Warner - z.B. auf längeren Fahrten - mit Strom zu versorgen, bzw. den Akku aufzuladen.
Wie erwartet, gestaltet sich der Anschluss des 12 Volt-Kabels so weit relativ problemlos. Aber der Umstand, dass sich der Kabelanschluss an der linken Geräteseite befindet führt dazu, dass das etwas steife Kabel den POI-Pilot 5000+ zur Seite dreht. Das Display ist dann kaum noch zu sehen. Die Notlösung ist ein Päckchen Tempo-Taschentücher, mit dem ich das Gerät so fixiere, dass es sich nicht wegdrehen kann.
7.2. Der POI-Pilot 5000+ im Einsatz
Nachdem der Platz gefunden ist, schalte ich das Gerät ein. Es meldet sich akustisch mit: „GPS-Warnsystem ist an - bitte beachten Sie die Straßenverkehrsordnung!“
Auf dem Display blinkt die Windrose und die immer noch falsche Uhrzeit wird eingeblendet. Der Doppelpunkt zwischen Stunden- und Minutenanzeige soll laut Handbuch blinken wenn das Gerät ein GPS-Signal empfängt. Da die Sonne scheint, ist das schwer zu erkennen. Ich dimme die Anzeige auf die höchste Stufe 4 hoch und sehe, das außer der Windrose nichts blinkt, also noch kein GPS-Signal empfangen wird.
In der Hoffnung, dass der POI Pilot 5000+ das Signal unterwegs findet, startee ich eine erste Probefahrt in Richtung Göttingen zu einigen mir bekannten Gefahrenstellen. Nachdem sich ca. 10 Minuten überhaupt nichts getan hat, meldet der GPS-Warner plötzlich: „Gerät betriebsbereit. Gute Fahrt!“ Das Display zeigt nun die aktuelle Geschwindigkeit und per Windrose die Fahrtrichtung an.
Wenig später ertönt ein „Ding Dong“ und die freundliche Stimme meldet vernehmlich: „Ampelblitzer voraus.“ Im Display wird jetzt - beginnend bei ca. 400 Metern - die abnehmende Entfernung zu der Ampelkreuzung angezeigt, die ich als ersten Testpunkt ansteuere. Kurz vor diesem Ziel ertönt dann deutlich ein mehrfaches bim bim bim.... Da die Ampel für mich Rot zeigt, stoppe ich. Jetzt ist wieder Ruhe, und auf dem Display sehe ich die inzwischen korrekte Uhrzeit. Offenbar wurde sie durch das GPS-Signal korrigiert. Nach der Rotphase starte ich wieder, und direkt auf der Kreuzung höre ich das Geräusch einer auslösenden Kamera - wohl als Hinweis, dass die Gefahrenstelle jetzt passiert wurde.
Nachdem in gleicher Weise noch zwei weitere Blitzerampeln erkannt wurden, mache ich mich - vorbei an mehreren bekannten Stellen für mobile Geschwindigkeitskontrollen - wieder auf den Heimweg. Auf einer langen innerörtlichen Gerade, etwa 300 Meter vor der Stelle, wo häufig ein unauffälliges Zivilfahrzeug harmlos geparkt ist, ertönt auch prompt das Ding Dong-Signal, gefolgt von der Meldung: „Achtung, Blitzer voraus! Geschwindigkeitsbegrenzung 50 Kilometer“. Wenig später folgt die Warnung: „Achtung, Geschwindigkeit überschritten“ Das Display zeigt 54 km/h. Dann wieder das Geräusch der auslösenden Kamera - aber... da steht heute keiner.
Bis nach Hause passiere ich noch zwei weitere öfter besetzte mobile Kontrollstellen. Auch sie werden rechtzeitig und korrekt gemeldet, jedoch ohne dass die „Rennleitung“ heute ihren Checkpoint dort aufgebaut hat. Na gut, besser zu viel gewarnt, als zu viel gezahlt. Vor ein paar Monaten waren auf dieser Strecke 25,-- EUR fällig.
Am nächsten Tag starte ich zu einer etwas ausgedehnteren Rundfahrt. Das Gerät meldet sich diesmal schon ca. zwei Minuten nach dem Einschalten betriebsbereit. Die Tour führt durch den Landkreis Göttingen, ein Stückchen Thüringen (Leinefelde, Heiligenstadt sowie Nordhessen (Witzenhausen), entlang der Werra nach Hedemünden, und über die A7 zurück Richtung Göttingen. Unterwegs werden neben einigen bekannten Stellen auch ein mir unbekannter Ampelblitzer und mehrere mobile Standorte (einer davon besetzt) rechtzeitig gemeldet. Das auch die unbesetzten Standorte gemeldet werden, gehört also offenbar zum Konzept.
In den folgenden Links sieht man in kurzen Videos, wie der POI Pilot 5000+ im praktischen Einsatz vor einem Blitzer warnt:
http://www.youtube.com/watch?v=lfGyFxwpaWw
oder
http://www.youtube.com/watch?v=DGnjIRw902k&NR=1
Ähnliche Erfahrungen mache ich auf einer Fahrt von Göttingen nach Osnabrück und retour. Auch auf der Autobahn werden - neben den fest installierten Blitzern - in Zonen mit Geschwindigkeitsbeschränkung unbesetzte Blitzerstandorte gemeldet. Das geschieht eigentlich immer so rechtzeitig, dass man - jedenfalls bei einer moderaten Überschreitung - noch leicht reagieren kann. Allen Besuchern von Osnabrück und Umgebung sei übrigens höchste Aufmerksamkeit bei Tempolimits und jeder Art Ampeln geraten. So viele Blitzer wie in dieser Stadt habe ich noch nirgends erlebt.
Ob auf den mir unbekannten Strecken wirklich alle Standorte erfasst werden, kann ich nicht beurteilen. Aber mittels der Software „POIbase“ kann man sich mit etwas Einarbeitung die Gefahrenpunkte aller Kategorien - einschließlich der Blitzer - z.B. für die Umgebung seines Wohnsitzes oder häufig befahrene Strecken auf dem Bildschirm anzeigen lassen.
Tipp dazu: Weniger ist hier mehr! Also nicht alle Kategorien auf einmal anzeigen lassen. Erstens wird es dann sehr unübersichtlich, und zweitens dauert es u.U. elend lange, bis sich der entsprechende Bildschirm aufgebaut hat. Etwas Geduld ist auch so schon gefordert, bis die Anzeige steht.
Kennt man einen Standort, der noch nicht erfasst ist, kann man den über die Software der Datenbank hinzufügen. Dazu wählt man „POIs bearbeiten“ und gelangt zu einer googleähnlichen Straßenkarte. Rechts davon ist u.a. eine Schaltfläche „POIs eintragen“. Irgendwo habe ich gelesen, dass neu entdeckte POIs auch direkt über die Tasten in den POI Pilot 5000+ eingepflegt werden können. Wie das geht, konnte ich leider noch nicht herausfinden.
8. Fazit
Der Test hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Idee ist großartig, aber bei der Umsetzung hapert es noch an verschiedenen Stellen. Klar verbesserungswürdig sind die Treiber-Installation und das Handbuch. Es sollte vor allem um einige sehr knapp gehaltene oder ganz fehlende Punkte ergänzt werden.
Das größere Manko des POI Pilot 5000+ ist aber aus meiner Sicht die unzuverlässige Betriebsbereitschaft. Es dauert oft sehr lange, bis er das GPS-Signal findet. Wenn das früher oder später geschafft ist, tut das Gerät, was es soll - nämlich zuverlässig vor unliebsamen Überraschungen im Straßenverkehr zu warnen Dies könnte vielleicht etwas dezenter geschehen.
Der Schwerpunkt liegt dabei deutlich beim frühzeitigen Erkennen von fest installierten und mobilen Blitzern. Sie sind im Vergleich zu allen anderen Gefahrenpunkten quantitativ am häufigsten erfasst. Wie hoch der Prozentsatz im Vergleich zu den tatsächlich existierenden Stellen ist, wird nirgends angegeben. Von daher bleibt ein (un)gewisses Risiko, doch mal in eine Falle zu tappen. Gleichwohl wird diese Gefahr durch den GPS-Warner erheblich reduziert.
Subjektive Erfahrungen:
Rund um meinen Wohnort (Landkreis und Stadt Göttingen) werden alle mir bekannten Gefahrenpunkte erkannt bzw. keine neuen gefunden. Die Erfahrungen bei meinem Ausflug nach Osnabrück hinterlassen den Eindruck, als ob dort an fast jeder zweiten Ampel geblitzt wird. Sowohl in verkehrsberuhigten Wohngebieten als auf größeren Durchgangsstraßen meldete das Gerät teils mehrfach hintereinander mobile Blitzer. Ich schließe daraus, dass doch recht viele Gefahrenstellen erfasst sind. Die Warnungen erfolgen dabei stets so rechtzeitig, dass ggf. noch reagiert werden kann, auch ohne den Hintermann durch Vollbremsung zu gefährden.
Ob sich der POI Pilot 5000+ für notorische Schnellfahrer eignet, würde ich in Frage stellen. Bei mir habe ich festgestellt, dass ich mit dem Gerät an Bord insgesamt entspannter und aufmerksamer fahre, besonders auf unbekannten Straßen. Und wenn es trotzdem mal 10 oder 15 km/h zu schnell wird, habe ich ja den kleinen schwarzen Schutzengel dabei. Vorausgesetzt, der findet rechtzeitig den Draht nach oben.
An der mit gelieferten Software „POIbase“ für die Datenpflege gibt es wenig zu mäkeln. Sich mit ihr etwas näher zu befassen, ist durchaus interessant. Vielleicht könnte sie etwas flotter reagieren.
Als Schulnote würde ich bei zuverlässigerer Kontaktaufnahme zum Satelliten eine 2,5 vergeben. Für das mir zur Verfügung stehende Gerät gibt es leider nur eine 3,5. Wären alle kleinen und größeren Mängel bei Soft- und Hardware behoben, gäbe es eine glatte 2 und das Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich als sehr günstig einstufen.
Kritische Bemerkungen:
- Die Installationsroutine funktioniert (bei mir) erst, wenn ich sie (unter Windows 7) als Administrator starte. Kein Hinweis dazu im Handbuch.
- Installationssoftware ist optisch stellenweise nicht ganz Windows-typisch. Ich habe z.B. die Schaltfläche zum Start der Installation nicht gleich als solche erkannt und nach längerem Warten erst durch einen eher zufälligen Klick darauf den Installationsprozess ausgelöst.
- Im ersten Installationsschritt ist nicht wirklich klar, was ich eigentlich installiere.
- Bei der Treiberinstallation wird nirgendwo erklärt, welche Datei(en) wo gestartet werden müssen, um das im Handbuch (S. 17) beschriebene Fenster zu öffnen.
- Während der Installation taucht ein Fenster mit mehreren Einstelloptionen auf, das nirgends erwähnt bzw. erläutert wird.
- Es wird nicht erwähnt, dass die wichtige Software „POIbase“ (vermutlich) zusammen mit den Treibern installiert wird. Sie ist jedenfalls ohne mein Zutun auf dem Computer gelandet.
- Zum Start des Datentransfers auf das Gerät muss mein GPS-Warner ggf. 2-3 mal aus- und wieder eingeschaltet werden, damit die Synchronisation startet.
- Die Betriebsbereitschaft (also der Empfang des GPS-Signals) kommt manchmal nach 2-3 Minuten, häufiger aber erst nach wesentlich längeren Einschaltzeiten (10-30 Minuten) zustande. Ob das evtl. am Standort liegt oder ein Defekt vorliegt, kann ich nicht beurteilen.
Hinweise:
- Im Fahrbetrieb empfiehlt es sich, die Lautstärke des POI Pilot 5000+ auf Stufe 3 zu regeln.
Getestete Akku-Lade-/Laufzeiten:
Ladezeit (vor erstem Einschalten): 75 Min.
Ladezeit (ganz leer): 100 Min.
Laufzeit (voll geladen): sehr gute 8 Std. 50 Min. (davon ca. 40 Min. mit GPS-Empfang im Auto) Ein erschöpfter Akku wird zwar gemeldet, es bleibt aber kaum Restlaufzeit bevor das Gerät abschaltet.














